Frettchenzimmer

Morgens im Frettchenzimmer

Durch unsere unterschiedlichen Schichten können wir leider nicht immer einen festen Rhythmus einhalten. Unsere Bande stört das aber zum Glück nicht, sie hat sich an unsere Lebensweise angepasst. Denn egal, ob der Zweibeiner jetzt um vier, sechs oder um acht Uhr aus seiner Höhle gekrochen kommt, mindestens einer bekommt es immer mit. Die anderen werden dann automatisch nach und nach wach. Und dann ist erstmal Party angesagt.

Trotzdem versuchen wir immer so gut es geht auch den Tieren eine gewisse Routine zu vermitteln. Da sich meine Schichtzeiten leichter an einen regelmäßigen Ablauf anpassen lassen, gebe ich ihnen meist auch ihr Frühstück. Unser Schlafzimmer liegt genau gegenüber vom Frettchenzimmer, einfach so klammheimlich aufstehen ist also gar nicht möglich. Und spätestens nachdem ich mich vergewissert habe, dass die Türen zu den nicht frettchensicheren Bereichen verschlossen sind, hat sich unser Quartett schon am Gitter versammelt und wartet unruhig darauf, endlich raus zu dürfen.

Natürlich wird jeder morgens erstmal von mir begrüßt. Meist bleibt es aber nur bei einer kurzen Kuscheleinheit, denn zu dem Zeitpunkt ist die Bande schon so energiegeladen und möchte erstmal eine Runde durch die Wohnung toben. Auch wenn sie einander haben darf mein Einsatz natürlich nicht fehlen. Mein Job dabei: Jäger beim Fangen spielen und für Nebula ein paar mal einen Ball werfen, dem sie muckernd hinterherspringen kann.

Sind die Frettchen dann mehr mit sich beschäftigt, mache ich mich ans Frühstück. Zuerst grase ich das Zimmer nach den Resten vom Abendessen ab. Dabei folgt mir meist Yondu auf Schritt und Tritt. Der kleine Kontrolleur muss alles genau überwachen. Morgens gibt es meist etwas “zum Arbeiten” . Hähnchenhälse, Karkasse vom Huhn, Gans oder Kaninchen oder eben Futtertiere. Futtertiere “darf” ich im Ganzen servieren, Hälse oder Karkasse muss ich etwas zerkleinern, sonst wird das Frühstück nur gebunkert. Die Logik dahinter verstehen aber nur unsere Tiere. An sich ja eigentlich kein großer Aufwand, aber – Du ahnst es vielleicht – ich habe die Rechnung ohne unsere Tiere gemacht. Nachdem ich also die Bande daran gehindert habe, mal wieder den Mülleimer für Papier oder Plastik auszuräumen und Balou gefühlt fünfmal geschimpft habe, weil er erneut geschickt die Tür zum irgendeinem Schrank geöffnet oder das Schubfach von den Leckerlis aufgezogen hat, den alten Bettler Yondu versorgt habe weil er ja unbedingt das erste Stück vom Teller naschen möchte und Louie unser Geschirrtuch habe jagen lassen, bin ich mal wieder viel später fertig als eigentlich geplant.

Immerhin ist sich unsere Bande in einem Punkt einig: Wenn die Zweibeinermutti mit der Zunge schnalzt wird alles stehen und liegen gelassen und ihr hinterhergeflitzt. Denn dann ist Essenszeit. Man könnte fast meinen, sie wären alle wohlerzogen und könnten nie so ein Chaos veranstalten. Meine Tasse Kaffee habe ich mir nun wirklich redlich verdient…

So läuft er also bei uns ab – der Morgen mit Frettchen. Auch im Urlaub. Und wenn wir schonmal beim Thema sind: der erste Urlaub von Louie und Balou steht vor der Tür. Was die Bande da so alles erlebt hat, erzähle ich Dir dann beim nächsten Mal…

Anmerkung: Im Titelbild siehst du noch unseren Logan, der bereits über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Auch das letzte Video zeigt Logan, Rocket, Jean und Raven, die bereits vorausgegangen sind. Mit der jetzigen Truppe klappt das aber genauso gut. Yondu und Nebula haben das Kommando von Rocket, Raven und Logan übernommen und Louie und Balou von Yondu und Ulla. Manche Rituale bleiben eben für immer…