Frettchenzimmer

Ein neues Familienmitglied zieht ein

Es war Freitag, der dreizehnte Juni 2025, einer unserer letzten Urlaubstage und wahrscheinlich einer der heißesten Tage des Jahres. Ein Tag, der unser Leben nochmal komplett verändern sollte. Denn wer hätte gedacht, dass eine spontane Schnapsidee zu einer unserer besten Entscheidungen bis jetzt werden sollte…

Schon vor geraumer Zeit sagte ich mal zu meinem Mann: “Wir wohnen jetzt auf dem Land, also müssen wir uns auch eine Katze anschaffen”. Mein Mann, dessen ganze Familie bis dahin nur Hunde im Haus, und dessen Opa Katzen von ebendiesem Grundstück sonst immer verscheucht hatte, war skeptisch. An besagtem Freitag Vormittag saßen wir in der Küche, der Gedanke spukte schon wieder durch meinen Kopf und ich sagte erneut: “Irgendwann möchte ich eine Katze haben, wir wohnen ja jetzt schließlich auf dem Dorf”. Mein Mann saß da und sah mich an und ich rechnete schon wieder mit einem unsicheren Kommentar. Aber stattdessen sagte er: “Na dann fahren wir halt später mal ins Tierheim”. Einfach so haut er mir diesen Satz an den Kopf. Und jetzt war ich die, die unsicher war und auf einmal nicht mehr wusste, was sie sagen sollte. Also schmiedeten wir einen Plan: Wir fahren dahin und lassen uns erstmal beraten. Ob das mit Frettchen überhaupt funktioniert und was da allgemein auf uns zu kommt, wussten wir ja auch nicht. Immerhin hatten wir beide noch die eine Katze…

Nachmittags fuhren wir dann los zum örtlichen Tierheim und trafen sofort auf eine nette Ehrenamtliche. Wir unterhielten uns ein Stück. Wie zu erwarten war, hatte man dort mit Frettchen keine großen Erfahrungen. Ob die Haltung zusammen mit einer Katze klappt, kommt, was uns natürlich klar war, ja auch immer auf die Tiere an. Einfacher wäre es aber mit einer jüngeren Katze. Diese hätte dann bei uns auch Freigang. Und soll es ein Tier werden oder lieber zwei? Da wir ja selber noch keinerlei Erfahrungen mit Katzen hatten, wollten wir erstmal nur eine holen. Das heißt, wenn überhaupt. Über eine zweite könnte man ja dann immer noch nachdenken… Und dann sagte die Pflegerin plötzlich: “Ach, ich zeig Ihnen einfach mal ein paar unserer jüngeren. Sie müssen ja nicht sofort eine Entscheidung treffen…”

Auf einmal standen wir zum ersten Mal vor einem Gehege im Tierheim. Die Pflegerin berichtete uns, dass die Katze darin ein Einzelquartier hat, da es mit anderen Artgenossen immer Auseinandersetzungen gegeben hat. Eine Katze mit Charakter also. Sie wurde vor etwa drei Monaten gefunden. Niemand hat sie als vermisst gemeldet, obwohl sie zutraulich ist. Man schätze sie auf nicht ganz ein Jahr und sie wurde vom Tierheim gechipt und bereits kastriert. Ihr Name ist Elfi. Der Name gefiel uns. Vielleicht kennst Du ja auch zufällig eine Serie, in der ein Hauptcharakter diesen Namen trägt, von daher würde sie zu uns als Film- und Serienfans perfekt passen. Und zack – schon wurden wir in ihr Gehege gebracht. Elfi war gerade in ihrem Außenbereich, kam sofort auf uns zu gerannt, als sie uns sah. Sie hat gemaunzt, ist uns um die Beine geschlichen und hat sich ordentlich kraulen lassen. Wir waren dann sogar ein ganzes Stück mit ihr allein und unsere Gedanken rasten nur so. Was sollen wir machen? Wir beschlossen, uns noch ein paar andere Vierbeiner zeigen zu lassen und gingen noch in zwei oder drei andere Gehege. Aber keine andere Katze (oder Kater) kam so auf uns zu oder hinterließ so einen Eindruck bei uns, wie Elfi. Wir besuchten sie danach gleich noch ein zweites Mal in ihrem Gehege. Es war ein Match, durch und durch.

Und nun? Unser Zuhause war nicht mal ansatzweise für eine Katze ausgestattet. Und eine Transportbox hatten wir auch nicht dabei. Wir suchten erneut das Gespräch mit der Betreuerin. Eine Box wäre nicht das Problem, davon hätten sie genug und würden uns zur Not auch eine leihen. Der nächste Laden für Tierbedarf hat auch noch bis abends geöffnet. Aber das Tierheim schließt um 17:00 Uhr. Bis dahin waren es keine anderthalb Stunden mehr… Tja, was soll ich sagen…. fünf Minuten später saßen wir im Auto auf dem Weg zum Tiergeschäft, um uns eine Erstausstattung zu besorgen. ein größeres Klo, Bettchen, Näpfe, Futter, etwas zum Spielen und erstmal eine kleine Kratzgelegenheit. Kurz nach Schließung unterschrieben wir die “Adoptionspapiere” und fuhren mit Elfi nach Hause.

Zuhause angekommen bauten wir in Lichtgeschwindigkeit alles Zubehör auf. Dann war es soweit. Mein Wunsch, irgendwann mal eine Katze zu haben, ging innerhalb weniger Stunden in Erfüllung. Elfi fühlte sich auf Anhieb wohl bei uns. Ich hoffe, jeden Abergläubigen überzeugt das jetzt endlich von Gegenteil, denn der Tag hätte perfekter nicht sein können. Mehr über unsere erste Woche mit Katze und warum wir Angst hatten, dass unsere Zeit mit Elfi nach sechs Tagen schon vorbei sein könnte, erzähle ich Dir beim nächsten Mal…