Möchte sich ein Zweibeiner in seinen vier Wänden wohl fühlen, so richtet er sich die Zimmer ganz nach seinem Geschmack ein. Ein weiches Bett, Küche, Esstisch, ein gemütliches Sofa, ein bisschen Deko hier und da und für all seine Wünsche findet er überall Inspirationen und Einkaufsmöglichkeiten in Hülle und Fülle. Tiere können uns nicht sagen was sie toll finden. Das weiß man meistens erst, wenn man etwas Neues anschafft. Entweder es wird angenommen, oder eben nicht. Auch wenn unsere Tiere immer glücklich waren, so kannten sie ja ihr Zimmer mit Couch und Käfig. Genau das wollte ich ja nun nicht mehr haben. Aber wie denn dann gestalten?
Bevor wir zum Zimmer kommen, fangen wir doch erstmal bei den Wänden an. Frettchenbesitzer werden jetzt schon wissen, worauf ich hinaus will, vielleicht kannst Du es Dir ja auch schon denken? Richtig! Es geht ums Futter! Irgendwo tief im Unterbewusstsein jedes Frettchens schlummern immer noch ein paar Urinstinkte. Wenn sich ein Frettchen also ein Stück Fleisch vom Futterteller nimmt, wird nicht selten erstmal die Beute ordentlich geschüttelt um sicher zu gehen, dass es auch wirklich tot ist. So passiert es also auch, dass nicht selten ein paar Spritzer Fleischsaft an den Wänden verteilt werden… oder Blut… oder Mäuseinnereien… Ich benutze hier im Blog selten bis gar nicht Emojis, aber jetzt wäre es definitiv der Affe der nichts sieht 😀 Und da man solche Reste schwer von den Wänden bekommt, sollte man unbedingt zu abwaschbarer Farbe greifen – Ein absoluter gamechanger. Allerdings solltest Du nie einen ganzen Raum ausschließlich mit Latexfarbe streichen, denn sie schränkt die Atmungsaktivität der Räume ein und kann langfristig zu Schimmelbildung führen.



Für den Käfig wollte ich mehrere Etagen an den Wänden anbringen. Dafür holte ich mir zuerst jede Menge Inspiration in Frettchengruppen. Wichtig war mir aber, erstmal mit den Materialien zu arbeiten, die mir zur Verfügung standen. Das Gute war, dass von unseren Möbeln sehr wenige mit umziehen sollten, da im Haus schon vieles neuwertig vorhanden war. Unser Glück, denn die meisten unserer Möbel waren sowieso aus zweiter Hand, schon mehrfach mit umgezogen, abgewohnt oder haben einfach nicht mehr zum Rest gepasst. Und warum entsorgen, wenn ich es noch weiterverwerten kann. Und so wurde aus den Seiten- und Trennwänden unseres alten Kleiderschranks ein schöner Spielplatz für die Bande. Sie passten von der Größe wunderbar in den Raum.
Zuerst habe ich die Bretter mit einer Folie beklebt. Einmal zum Schutz des Holzes, und natürlich auch, damit es optisch ein bisschen schöner aussieht. Um die einzelnen Ebenen miteinander zu verbinden habe ich einfach Holzrampen für Nager bestellt. Eine Rampe mussten wir etwas kürzen, ansonsten hat alles super gepasst. Man könnte fast meinen, alle Elemente waren schon vorher auf mein Vorhaben und den Raum abgestimmt. Natürlich mussten die höheren Etagen auch noch frettchensicher werden. Hier kam wieder mein Lieblingsallrounder das Plexiglas zum Einsatz. Und so ein Glück, dass in den Schrankteilen ja solche Rillen sind, in die die Rückwand eingesetzt wird. Die konnten wir super als Halterung für die Plexiglasplatten nutzen. Eine Platte mussten wir kürzen und entgraten. Ich hatte vergessen, einen Durchgang für die Wusler mit freizuhalten. Aber auch das war kein Problem. Aus einem Shop, der Zubehör speziell für Frettchen anfertigt, orderte ich noch eine schöne große Schaukel als zusätzliche Schlaf- und Spielgelegenheit. Mein Mann unterstützte mich bei meinem Projekt; zusammen kreierten wir ein tolles Frettchenparadies.
Viele Ideen schwirren noch immer in meinem Kopf, die ich früher oder später noch ändern, verbessern oder hinzufügen möchte. Außerdem haben wir jetzt genug Platz auf unserem Grundstück, ein Außengehege ist also auch nicht ausgeschlossen. Vorher stehen aber noch genug andere Projekte hier am Haus an, also alles zu seiner Zeit. Aktuell hat unser Trio ein tolles Reich und fühlt sich wohl. Allerdings haben wir genug Platz für ein paar Tiere mehr. Wie Du Dir natürlich denken kannst, haben wir unser Rudel noch etwas vergrößert. Davon erzähle ich Dir dann in zwei Wochen…