Frettchenzimmer

Kastration

Hallo, und auch wenn es schon fast verjährt ist, wünsche ich Dir noch ein “gesundes Neues”! Es freut mich, dass Du mich nicht vergessen hast. Auch dieses Jahr gibt es natürlich wieder viele tolle Beiträge, nur nicht ganz so regelmäßig wie sonst. Ein Grund mehr also für Dich, diesen Blog öfter mal zu besuchen, um nach dem Rechten zu schauen. Wie jedes mal berichte ich Dir, was im vergangenen Jahr hier im Frettchenzimmer so alles passiert ist. Du wirst es nicht glauben, wir haben schon wieder vierbeinigen Zuwachs bekommen – nur dieses Mal ist es kein Frettchen. Aber bevor wir zu unserem kleinen Frettchen-Exkurs kommen, habe ich noch ein paar andere Themen auf meiner Liste, daher ein sehr wichtiges zuerst:

Unser Louie kommt langsam in die Ranz, muss also bald kastriert werden. Jedes Mal, wenn mich jemand zum Thema Frettchen befragt, kommt auch die Frage auf, ob wir denn auch Nachwuchs in unserem Rudel bekommen. Klar, Welpen sind was tolles. Aber hast Du Dir eigentlich schonmal genau überlegt, was da alles auf Dich zukommt wenn Hund, Katze, Frettchen oder ein Kaninchen Nachwuchs bekommen? Klar, abgesehen davon, wie niedlich die kleinen Minis aussehen, fallen Dir da vielleicht, wenn Du intensiver darüber nachdenkst, ein paar offensichtliche, negative Punkte ein. Etwa höhere Kosten für Futter oder Streu zum Beispiel, ein bisschen mehr schmutzige Wäsche als sonst und ein paar Dinge, die den verspielten Welpen zum Opfer fallen. Blumen, Kissenbezüge, vielleicht Porzellan? Was Du vielleicht nicht sofort bedenkst, sind die hohen Tierarztkosten, die auf dich zukommen, zumindest, wenn du es richtig angehen möchtest. Untersuchungen während der Trächtigkeit, der Erkennungschip und die Impfungen für den Nachwuchs. Die Gewöhnung der Welpen an den Menschen. Und was ist, wenn während der Trächtigkeit oder dem Geburtsvorgang etwas schief geht? Weißt Du dann, was zu tun ist? Was passiert, wenn die Mutter die Geburt nicht überlebt? Zum Züchten gehört noch so viel mehr als nur ein Rüde und eine Fähe. Niemand kann vorhersehen was passiert. Und gerade um Inzuchten und unwissenden Vermehrern vorzubeugen geben seriöse Züchter oder Frettchenhilfen ihre Tiere nur mit Kastrationsauflage ab. Die Kastration dient auch zum Wohl der ganzen Gruppe, aber dazu im näcchsten Beitrag mehr.

Doch was passiert denn jetzt genau bei einer operativen Kastration? Wichtig ist erst einmal, dass eine Kastration zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt wird. Das heißt, bei Rüden sollte sichergestellt sein, dass beiden Hoden sich bereits in den Hodensack abgesenkt haben. Sobald dann die ersten Anzeichen der Paarungsbereitschaft auftreten ist ein guter Zeitpunkt zur die Kastration. Idealerweise sollte der Rüde dann nicht jünger wie 10 Monate sein. Bei der Operation werden die Hoden dann vollständig entnommen. Selten kommt es bei Tieren zu einem Hodenhochstand, was eine operative Kastration unumgänglich macht, da dieser sonst größere Probleme mit sich bringt. Alternativ kann bei Rüden auch ein Hormonchip gesetzt werden. Klar, so kann man die Risiken, die bei der Operation auftreten können, zwar umgehen, aber eben meist nur vorübergehend. Denn so ein Hormonchip hält nicht ewig und muss regelmäßig erneuert werden. Wie oft “regelmäßig” ist, hängt vom Tier ab. Der Chip kann über ein Jahr Wirkung zeigen oder auch eben nur ein paar Monate. Noch dazu kann man eine operative Kastration mit dem Chip meist dennoch nicht dauerhaft umgehen. Da ich generell kein Freund von der Zufuhr von künstlichen Hormonen bin, würde und werde ich beim Thema Kastration immer die OP vorziehen. Auch der Kostenpunkt fällt da ins Gewicht. Das muss aber jeder für sich entscheiden.

Bei Fähen wird das setzen eines Hormonchips nicht empfohlen, da es durch die unterdrückte Ranz zu Entzündungen und tumorösen Veränderungen in Gebärmutter und Eierstöcken kommen kann. Eine operative Kastration wird hier also so oder so empfohlen. Diese ist natürlich etwas aufwendiger als bei einem Rüden, denn es werden nicht nur einfach die Eileiter durchtrennt (dies wäre eine Sterilisation), sondern komplett entfernt. Ist die Gebärmutter auffällig, wird auch diese entnommen. Hierfür ist natürlich mehr als ein kleiner Schnitt nötig, wodurch die Operation auch mit höheren Risiken einhergehen kann.

Jean und Raven waren bis jetzt unsere einzigen weiblichen Fähen, die bei uns kastriert wurden. Beide haben ihre Operation natürlich gut überstanden. Aufgrund des größeren Schnittes wurde die Wunde tierärztlich mit einem Silberspray versorgt. Hierbei handelt es sich um kolloidales Silber, welches die Wunde desinfiziert und, ähnlich wie ein Pflaster, zuverlässig schützt. Bei Rüden ist das nicht notwendig ist da hier nur ein sehr kleiner Schnitt gemacht wird. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass unsere Rüden auch mit Silberspray versorgt wurden.

Doch wie läuft denn jetzt so ein Kastrationstermin ab? Von der Vorsorge bis hin zur Nachsorge – darüber berichte ich Dir beim nächsten Mal…


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