Da sind wir nun: Wir haben uns in einer Facebookgruppe nach zu vermittelnden Frettchen aus einer Frettchenhilfe erkundigt – und natürlich eine gefunden. Naja, eigentlich mehrere. Da erstmal eine auszuwählen aus der wir unsere zukünftigen Fellkinder adoptieren ist schonmal ein komisches Gefühl. Eine Frettchenhilfe zurückzuweisen, aus der doch genauso viele Wusler ein liebevolles Zuhause suchen, fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Und dennoch können wir nicht allen helfen (obwohl ich das immer gerne möchte).
Nachdem wir also Kontakt zu einer Frettchenhilfe aufgenommen hatten, folgten natürlich erstmal ein paar Gespräche. Wir erhielten Informationen über die Hilfe. Wir wiederum stellten uns, unsere Fellkinder und deren Unterkunft und Haltungsweise vor. Und natürlich wurden uns ein paar Bilder und Videos zugeschickt, damit wir uns schonmal einen ersten Eindruck von den Nasen machen konnten, die zur Adoption stehen. Und nachdem wir als neue Felleltern für gut befunden wurden, wurde ein Termin ausgemacht, an dem wir unsere neuen Fellkinder aussuchen sollten.
Ich habe es ja schon einmal gesagt, ich finde es immer toll, andere Frettchenhalter zu treffen und deren Haltungsweise kennenzulernen. Hier war es natürlich auch so. Wir standen wieder in einem tollen Wuselzimmer und ich versuchte natürlich auch mal abzuchecken, was haben die da alles, was wir vielleicht nicht haben, wir aber ja auch mal umsetzen könnten. Viel wichtiger war aber natürlich das Publikum im Zimmer. Ich weiß nicht mehr genau wie viele Vermittlungsfrettchen da rum tollten, aber ich liebe es, soviel Lebensfreude zu sehen. Alle hüpfen und springen – und man hat das Gefühl, dass jedes Tier weiß, was hier abgeht und jedes versucht Dich zu überzeugen, dass Du IHN oder SIE auswählen sollst und nicht eins der anderen…

Pure Überforderung ist das, definitiv. Ich sag es ja, wenn ich könnte, hätte ich sie alle mitgenommen. Auszuwählen, wen man denn jetzt “rettet” ist noch viel schlimmer als sich einen Welpen auszusuchen, da ein Züchter die Wurfanzahl ja eh nach Anzahl der Interessenten plant und somit alle Tiere so oder so vermittelt werden. Bei der Vermittlung läuft das in etwa so: Da kommt das erste Wusel um die Ecke und guckt dich süß mit seinen Kulleraugen an. Zack – gesellt sich der nächste dazu – und der versucht noch süßer zu gucken. Prompt steht noch einer parat – und der verfolgt dich auf Schritt und Tritt und bettelt um ganz viel Paste, noch bevor er die Tube überhaupt erst gerochen hat – aber er weiß ja, wie so eine Tube aussieht. Und zwischen dem ganzen Gewusel fällt dir dann einer auf, der dir von dem Moment, als Du den Raum betreten hast, nicht mehr von der Seite weicht. Er klebt förmlich an Dir wie eine Klette und sucht Deine Aufmerksamkeit. Ein Tier, bei dem von Anfang an irgendetwas anders war. Das ist der Moment in dem Du weißt, den musst Du mitnehmen. Genauso erging es meinem Mann mit unserem Yondu. Dass wir ihn mitnehmen stand schon fest, bevor der Satz ausgesprochen wurde.
Im Grunde genommen suchen doch aber nicht wir das Tier aus, sondern das Tier uns. Irgendeines zeigt dir doch auf seine ganz spezielle Art und Weise, dass es dich auserkoren hat, sein neuer Fellpapa oder Fellmama zu sein. So war es auch mit Nebula. Auch sie hat die ganze Zeit versucht meine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken – nur eben auf ihre Art uns Weise. Denn sie hat doch tatsächlich versucht, mich zu zwacken. Sie wollte mit mir spielen und hat immer versucht, mich dazu aufzufordern. Mein Mann hat sie dann noch vorgeschlagen. Ich habe allerdings kurz gezögert. Aber nicht, weil ich sie nicht wollte, sondern weil das für mich hieß, dass ich alle anderen dann endgültig hier lassen müsste. Ich stimmte zu – ließ aber sofort danach nochmal den Blick durchs Zimmer schweifen. Ich dachte, können wir denn nicht noch einen mitnehmen?
Theoretisch hätten wir auch das geschafft. Hätten wir noch ein Frettchen ausgesucht, hätten wir eben 6 Fellkinder gehabt. Finanziell wäre das kein Problem gewesen. Aber wie sag ich immer so schön? Es passiert nichts ohne Grund! Ich entschied mich letztendlich auch selbst gegen die Adoption eines dritten, wenn auch schweren Herzens. Es war einfach nicht die Zeit für ein Sextett. Und mein sechster Sinn hat mich nicht enttäuscht. Denn im Jahr 2024 überschlugen sich die Ereignisse nur so. Erst wurde Rocket krank, dann ein Todesfall in der Familie, überraschend mussten wir Abschied von Raven nehmen (siehe Beitrag vom 30. Oktober 2024: eine schwere Entscheidung) – und dann auch noch von Rocket. Ein Umzug stand an, wo natürlich auch ein ganz neues Reich für unsere Fellkinder entstehen sollte…
Aber das Jahr hat gerade erst begonnen und ich habe noch viel mehr Themen, die ich in meinen Blog packen möchte. Also eins nach dem anderen. Zuerst einmal mussten wir natürlich unsere neuen Familienmitglieder heil nach Hause bekommen und mit unseren vergesellschaften. Und natürlich möchtest Du sie auch noch genau kennenlernen. Also Ladies first – starten wir doch zuerst mit Nebula. Wir sehen uns also in zwei Wochen wieder…
Anmerkung: Vielen Dank an das Team vom Marderzentrum Niedersachsen für die Bilder!
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