!Achtung: Beitrag enthält ein Bild eines toten Tieres!
Eigentlich hatte ich ja geplant, diesen Beitrag komplett Elfis Jagdaktivitäten zu widmen. Allerdings ist das ja auch so ein heikles Thema. Es gibt hier verschiedene Sichtweisen. Meiner Meinung nach gehört es dazu, dass eine Katze mit Freigang auch auf die Jagd geht, und nicht selten ihre Beute stolz mit nach Hause bringt. In unserem Fall ist das durchaus auch praktisch, da sich im vergangenen Winter leider Mäuse in unseren Wänden eingenistet hatten. Diese Probleme gab es auch schon in früheren Jahren. Und tatsächlich hat sich die Mauspopulation bereits in Elfis erstem Winter bei uns verringert; die Anzahl unserer Untermieter hat sich hörbar reduziert. Aber es gibt auch Menschen, die gegen Freigang und das Jagdverhalten von Katzen in freier Wildbahn sind. Meist jagen Katzen ja auch zum Spaß, was wiederum Auswirkungen auf den Wildtierbestand haben kann. Da das also auch ein Thema ist, bei dem jeder seine eigene Meinung vertritt und sich selten bis gar nicht von einer anderen überzeugen lässt (und ich auch niemanden meine Meinung aufzwingen möchte), möchte ich das Thema nun doch nur kurz anschneiden. Ich freue mich aber, wenn Du einen Kommentar hinterlässt und auch deine Sichtweise mit mir teilst…
In meinen Augen ist Elfi eine sehr gute Jägerin. Ihre erste Beute hat sie etwa drei Wochen nach ihrem ersten, offiziellen Freigang mitgebracht. Es war eine Libelle vom Teich. Da im Sommer nicht selten die Terrassentür den ganzen Tag bei uns offen steht, hat sie sie natürlich gleich mit ins Wohnzimmer gebracht und uns stolz gezeigt. Auch ihre erste Maus hat sie mit ins Haus geschleppt (und das war wirklich ein stattliches Tier). Irgendwann im Oktober hatte sie einen besonders erfolgreichen Tag. Sie hat mir innerhalb von ca. drei Stunden gleich vier Mäuse gebracht, die letzte sogar noch lebend. Auch ein paar Vögel waren schon dabei, einmal sogar eine Amsel, die ja nun wirklich nicht gerade klein ist. Obwohl die Frettchen ja auch Futtertiere bekommen, war Elfis Jagdverhalten dann doch erstmal eine Umstellung für uns. Dass sie ihre Beute mit ins Haus schleppt, kam jetzt zum Glück schon lange nicht mehr vor. Vielleicht hat sie ja verstanden, dass wir ihr hier drinnen ihren Fang nur wegnehmen und in einem hässlichen Plastikhandschuh verschwinden lassen. Mittlerweile hinterlegt sie die Beutetiere unter unserer Essecke auf der Terrasse… naja, zumindest Teile davon…

Und wie versteht sich Elfi denn jetzt mit den Frettchen? Fangen wir doch mal von vorne an: Als Elfi eingezogen ist, haben wir die erste Zeit immer darauf geachtet, dass eine Tür zwischen den Tieren geschlossen ist. Waren die Frettchen in ihrem Zimmer, war die Zimmertür verschlossen; war die Bande unterwegs, war Elfi im verschlossenen Wohnzimmer. Es wurde aber von beiden Seiten immer neugierig unter der Tür durchgeschnüffelt. Nach ein paar Tagen haben wir dann eben mal die Zimmertür zum Frettchengehege offen gelassen, gesichert war der Kontakt ja immer noch durch die Gittertür. Unter unserer Aufsicht wurde dann Sichtkontakt aufgenommen – natürlich nur mit Einsatz der frettschen Flaschenbürsten. Yondu und Nebula haben Katzen schon in der Frettchenhilfe kennengelernt und waren da eher entspannt, aber vor allem Louie hat sich lange nicht mit dem neuen Geruch anfreunden können. Immer wenn Elfi in der Nähe war, hat er seine Flaschenbürste zur Schau gestellt.

Nachdem die ersten Kontakte geknüpft wurden ist Elfi auch etwas mutiger geworden. Ab und zu hat sie die Wusler in ihrem Gehege besucht – natürlich immer nur unter Aufsicht. Sie ist vorsichtig durch die Ebenen geschlichen und hat die schlafenden Frettchen beschnuppert. Ist dann ein Wusler wach geworden, ist sie schnell auf den Stuhl geflüchtet und hat die Bande von oben beobachtet. Irgendwann hat sie sich den Frettchen dann ganz vorsichtig genähert. Erst im Zimmer, dann auch im Flur, wenn die Wusler richtig schön aufgedreht waren. Mit Nebula hat sie sogar vorsichtig gespielt. Die Jungs waren Elfi aber ein bisschen zu aufdringlich. Wenn es ihr zuviel wurde hat sie der Nervensäge eine Klaps mit der Pfote auf Kopf oder Nase verpasst (ohne ausgefahrene Krallen, sonst wären wir dazwischen gegangen) und ist geflüchtet. Nachdem Elfi immer mehr Freigang hatte, ist der Kontakt zu den Frettchen leider wieder abgeflaut. Wenn sie aber im zuhause ist und die Bande gerade das Haus unsicher macht, liegt sie auf der für die Wusler gesperrten Treppe und beobachtet von oben alles ganz genau. Ein bisschen Schade finde ich das schon. Ich hatte mir vorgestellt, dass Frettchen und Katze irgendwann friedlich zusammen liegen. Aber man bekommt halt nicht immer das, was man sich wünscht. Immerhin sind sie sich nicht spinnefeind, und wir müssen uns keine Sorgen bei geöffneten Türen machen. Eine Sache stört mich aber dennoch – die Tatsache, dass Elfi immer mal wieder die Frettchen besucht und ihnen Futter klaut…
So leben wir Zweibeiner nun ganz harmonisch mit unseren fünf vierbeinigen Kindern zusammen… Und wenn Du jetzt denkst, wir sind eine Familie wie im Bilderbuch, liegst du mächtig daneben. Ich habe Ulla nämlich einmal auf dem falschen Fuß erwischt – und Ulla Zwickliesl hat zugeschlagen. Was passiert ist, und was alles passieren kann, wenn ein Frettchen böse zubeißt, erzähle ich Dir beim nächsten Mal…


