Frettchenzimmer

Frettchen als Haustiere? Wie kam’s denn dazu?

Wer kam denn bitte warum und wann auf die Idee, Frettchen als Haustiere zu halten?

Kaum zu glauben, aber das ist wohl schon viel länger her, als selbst ich es dachte. Denn anscheinend wurden bereits im antiken Griechenland Iltisse gezähmt. Vor 2500 Jahren erwähnte Aristophanes Frettchen in seiner Komödie „Die Archaner“. Auch Aristoteles beschrieb die Frettchenjagd und selbst die Römer sollen die kleinen Raubtiere wohl schon im 1Jh.n.Chr. gegen eine Kaninchenplage eingesetzt haben. Vor allem im Mittelalter war die Frettchenjagd sehr beliebt (Quelle: einfachtierisch.de).
Denn genau dafür wurden Frettchen eigentlich gezüchtet.
Ein Frettchen ist die domestizierte Form des Iltis und man züchtete sie vor allem für die Frettchenjagd, das Frettieren (mit E geschrieben, nicht mit I). Denn im Gegensatz zu ihrer recht scheuen Wildform sind Frettchen sehr neugierig und untersuchen alles und jeden. Sie wurden also soweit dressiert, um beispielsweise ein Kaninchen bis in seinen Bau zu verfolgen, ihm dann einen Eingang zu versperren, sodass die Beute den Hinterausgang ansteuert, vor dem dann natürlich schon der Jäger mit seiner Flinte stand. Das Frettieren ist heutzutage nicht mehr weit verbreitet, aber so kam es, dass die lustigen Tierchen ihren Weg in unsere Wohnungen fanden.

Aber wie ist das jetzt? Gibt es Frettchen auch in freier Wildbahn?

Theoretisch nicht! In freier Wildbahn kann man nur den Iltis finden, der optisch fast nicht vom ein oder anderen Frettchen zu unterscheiden ist. Iltisse haben eine schwarze Nase und die typische dunkle Maske, sind sehr scheu und halten sich meist in Bodennähe auf.

Bei einem Frettchen kann die Nase hell, dunkel oder auch gesprenkelt sein, die typische Räubermaske ist oft nicht so ausgeprägt oder, je nach Farbschlag, gar nicht mehr vorhanden. Außerdem sind sie sehr gesellig, neugierig, untersuchen alles und klettern und springen hierfür auch gerne mal auf einen mehr oder weniger niedrigen Ast…oder Tisch. Auch sind Iltisse eher dämmerungs- oder nachtaktiv, Frettchen hingegen haben keinen festen Rhythmus, bzw. können sie ihren auch an die gegebenen Bedingungen anpassen.

Natürlich ist schon das ein oder andere Tier mal aus seinem Gehege ausgebüchst. Aber seine Überlebenschancen in freier Wildbahn sind meist gering, da es den Jagdtrieb schon weitesgehend veloren hat. Nichtsdestotrotz ist auch ein Überleben in der Natur möglich, aber eben eigentlich nicht natürlich. Überlebt ein Frettchen doch in freier Wildbahn und trifft auf einen Iltis, kann es durchaus zur Vermehrung kommen. Diese dabei entstehenden Hybriden sind allerdings nicht gern gesehen, da sie den natürlichen Bestand des Iltis beeinflussen können.

Hat man also Frettchen im Haus, so wird es eigentlich nie langweilig. Sie kuscheln, spielen und toben und stellen doch auch so manchen Blödsinn an, man kann ihnen sogar das ein oder andere Kunststück beibringen. Das hängt natürlich auch immer vom Tier selbst und dessen Lust ab. Wie sag ich immer so schön? „Frettchen sind die perfekte Mischung aus Hund und Katze. Sie sind so treu wie Hunde, hören aber so gut wie Katzen (nämlich nur, wenn sie wollen).

Doch wo bekomme ich denn bitte ein Frettchen her?
Das erzähle ich Dir beim nächsten Mal…


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