Frettchenzimmer

Wieviel Platz brauchen Frettchen?

Noch immer liest man hier und da, dass einer seine Fellkinder über Nacht in einem Käfig unterbringt. Auch wir haben das früher so gehandhabt und unsere Bande damals immer nachts in den Käfig gesperrt – und uns des öfteren natürlich gewundert, warum einer aus der Gruppe immer randaliert und versucht hat, auszubrechen. Der Grund dafür ist simpel: Frettchen gehören NIEMALS in einen Käfig! Auch dann nicht, wenn man seinen Tieren mehrere Stunden am Tag Freilauf in der Wohnung gewährt! Wie schon erwähnt haben die Tiere keinen festen Rhythmus und selten haben alle genau den gleichen. Sie werden auch mal nachts aktiv und gerade dann kann man den Tieren auch psychisch sehr zusetzen, wenn man ihnen ihren Freiraum nimmt.

Sofern gewährleistet ist, dass die Tiere täglich noch zusätzlichen Auslauf haben, sollte man bei einem Frettchenpaar eine Grundfläche von ca. 6qm einrechnen, für jedes weitere Tier immer 1qm mehr Raum. Ist weiterer Auslauf nicht oder nicht immer möglich oder sind die Frettchen in einer Voliere untergebracht, plant man mit 10qm Grundfläche für ein Paar, für jedes weitere Tier 2qm mehr ein. Unsere Tiere (wir haben derzeit 5 Fellkinder) sind in einem ca. 10qm großen Zimmer untergebracht und dürfen mehrmals täglich auch im Großteil unserer ca 90qm großen Wohnung herumwuseln. Man kann Frettchen aber auch in Außenhaltung unterbringen oder beide Varianten kombinieren. Möchte man ein Außengehege herrichten, sollte man bedenken, dass die Tiere stets die Möglichkeit haben sollten, sich bei jeder Witterung entsprechend zu schützen. Eine kühle Ecke zum Schutz vor heißen Sommertagen, etwas warmes zum einkuscheln bei Kälte, Nässe und starkem Wind. Eine kleine Gartenlaube mit eingezäunter Grünfläche bietet sich beispielsweise gut an, jedoch solltest Du die Unterbringung dann frettchensicher gestalten und hierbei sehr gründlich vorgehen. Sobald Du sie nämlich in ihrem Reich besuchst und die Tür aufmachst, hast Du sehr wahrscheinlich sofort alle um Dich herum und das Schließen der Tür wird zur Kategorie „Level: Endgegner“. Auch solltest Du bedenken, dass nahezu alle Frettchen leidenschaftlich gern buddeln. Die Grenze vom Freigehege muss also nicht nur oberhalb, sondern auch unter der Erde abgesichert sein, und zwar mindestens einen halben Meter tief. Hier kannst Du z.B. Steinplatten verwenden oder einen engmaschigen, stabilen Zaun. Mit etwas Glück kann man die Bande auch vom am Zaum graben abhalten, wenn man ihnen zusätzlich ein separate Buddelkiste anbietet, wo sie sich austoben dürfen (zusätzlich! das erspart die unterirdische Barriere am Zaun auf keinen Fall!).

Für das große und kleine Geschäft sollten ausreichend Katzenklos im Raum/Gehege vorhanden sein. Als Einstreu eignet sich handelsübliches Katzenstreu. Du hast hier freie Auswahl und kannst ausprobieren, mit welchem Einstreu die Tiere aber auch Du am besten zurecht kommt. Nur bitte verwende keine Sägespäne! Diese gehören ausschließlich in einen Nagerkäfig und können bei Frettchen im schlimmsten Fall zu Darmverschluss führen. Bedenke allerdings auch, dass beim Frettchen auch mal was daneben gehen kann. Auch den perfekten Standort für ein Klo suchst nicht immer Du aus, es kann auch sein, dass die Bande Dir zeigt, wo noch eine Toilette fehlt. Ein PVC-Boden ist hier also in der Reinigung wesentlich einfacher zu handlen als jeglicher Holzfussboden.

Unabhängig von Innen- oder Außengehege, solltest Du den Frettchenbereich abwechslungsreich gestalten. Frettchen schlafen sehr viel, es sollten also genügend Bettchen in verschiedenen Varianten zur Verfügung stehen. Hunde- oder Katzenkörbchen können hierfür gerne „zweckentfremdet“ werden, Höhlen oder Hängematten lieben sie ebenso, Kuscheldecken zum verstecken dürfen natürlich auch nicht fehlen. Es gibt mittlerweile auch einige kleine Shops, die selbstgenähte Accesoires für Frettchen und Kleintiere in jeder Größe und Farbe online anbieten. Wer Talent hat, kann natürlich auch selber Hand anlegen. Ausrangierte Handtücher oder Shirts kann man durchaus auch noch zu einer Hängematte umfunktionieren.

Und wie halte ich jetzt die Bande bei Laune, wenn sie nicht gerade alle Schlafen? Dazu komme ich beim nächsten Mal…


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