Frettchenzimmer

Wo bekomme ich denn nun ein Frettchen her?

Na ganz klar! Am besten vom Züchter.

Aber wie auch bei Hunden und Katzen ist Züchter nicht gleich Züchter. Es gibt sie auch hier wie Sand am Meer, die „ich möchte auch mal Welpen haben“ und „so schwer kann das ja nicht sein“ – „Züchter“. Falsch gedacht! Du glaubst gar nicht, was man alles beachten muss, und was bei einer Trächtigkeit alles schief gehen kann. Zum Züchten gehört viel mehr dazu als ein Rüde und eine Fähe, es sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Doch wie unterscheidet man denn bitte einen guten Züchter von einem sogenannten „Vermehrer“?

Der wichtigste Punkt überhaupt: ein pflichtbewusster Züchter würde Dir nie auch nur EIN Frettchen vermitteln! Frettchen sind Rudeltiere und ein Mensch, Hund oder Katze kann einem Frettchen nie einen Artgenossen vollkommen ersetzen, ganz egal wie sehr man sich mit ihm beschäftigt. Ein guter Züchter vermittelt also immer mindestens zwei Welpen. Ausnahmen bestehen natürlich, wenn im neuen Heim schon gleichaltrige Frettchen wohnen. Mindestens genauso wichtig ist auch die Präsenz des Züchters. Er/Sie sollte Dir einen umfassenden Einblick in die Zucht gewähren. Wer sind die Elterntiere und wie leben sie dort? Schau Dir den Züchter ebenso genau an wie er es tut. Denn auch dieser wird Dich genau unter die Lupe nehmen, er möchte seine Schützlinge ja in ein gutes Heim vermitteln. Vereinbart am besten schon vor dem Kauf einen Besuchstermin, um einen umfassenden Einblick in die Zucht zu bekommen.

Ist ein toller Züchter gefunden, so erhält man von diesem meist schon vor der Geburt der Zwerge regelmäßig Updates über den Verlauf der Trächtigkeit, über die Geburt selbst und den Zustand der Welpen. Man ist immer mit dabei und kann sich gar nicht satt sehen an der Bilderflut. Deshalb hier mal ein kleiner Vorgeschmack, was da für Zuckerschocks auf Dich zukommen könnten:

Bei Auszug aus der Welpenstube sind die Tiere dann mindestens 12 Wochen alt, gechippt, gegen Staupe geimpft (in manchen Ländern ist zusätzlich auch eine Tollwutimpfung Pflicht), an den Menschen gewöhnt, wurden artgerecht versorgt, kennen Toiletten, und bringen meist ein kleines Starterpaket mit ins neue Heim, welches der Züchter für jeden seiner Schützlinge zusammenstellt. Das enthält dann z.B. ein Kuschelbett oder Rascheltunnel, ein Lieblingsspielzeug des Welpen und sein Lieblingsleckerli. Dazu erhält man noch eine Welpenmappe samt Abgabevertrag, Geburtsurkunde und Stammbaum. Meist ist im Abgabevertrag auch eine Kastrationsauflage zu finden, die beim Kauf dazu verpflichtet, die Tiere im entsprechenden Alter dann chemisch oder operativ zu kastrieren, um ein ungewolltes Vermehren einzudämmen. Der Stammbaum der Welpen geht bei langjährigen Züchtern mehrere Generationen zurück und dient auch als Nachweis, das zwischen den Generationen kein Verwandtschaftsverhältnis besteht. Außerdem steht Dir der Züchter zu jederzeit mit Rat und Tat zur Seite, bis ans Lebensende der Tiere und nimmt sie, falls nötig, auch wieder zurück.

Aber nicht jedes Tier kommt von einem guten Züchter, oder ist in guten Händen. Immer wieder werden ausgesetzte Frettchen eingefangen oder aus schlechter Haltung gerettet (warum sollte es auch hier anders sein als bei anderen Haustieren…). Aber Frettchen haben andere Ansprüche, deswegen gibt es deutschlandweit sogenannte Frettchenhilfen, die sich den Tieren annehmen, sie aufpäppeln, resozialisieren und ihnen die Möglichkeit auf ein tolles Für-immer-zuhause geben. Frettchenhilfen arbeiten meist ehrenamtlich und freuen sich über jede Unterstützung.

Im Laufe der Jahre haben wir unsere Tiere von allen bezogen – Vermehrer, Züchter, Frettchenhilfen. Und wer wäre ich denn schon, wenn ich Dir nicht bald unsere Tiere im Einzelporträt vorstelle und auch unsere Erfahrungen zu ihrer Herkunft dazu teile.

Doch vorher müssen wir noch das ein oder andere wichtige klären! Zu allererst – Wie muss so ein Frettchendomizil denn eigentlich aussehen? Alles dazu erfährst Du im nächsten Blogeintrag…

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